Könnte man nicht mal versuchen Anstelle die Miete zu zahlen mit dem Geld ein Haus zu bauen? Denn wenn man das so organisiert, dass das Haus nach der Tilgung den Bewohnern gehört hätte man den genialen Effekt, dass für diese Personen bleibende Werte geschaffen werden ohne im Vergleich zum jetzigen Vorgehen Mehrkosten zu erzeugen.
Ich könnte mir vorstellen, dass dies den Betroffenen wieder etwas von ihrer Würde zurückgibt, indem sie Verantwortung für ihr eigenes Heim übernehmen.
Eigentlich sollte ja Hartz-IV nur eine vorübergehende Notfallunterstützung sein. Wenn man damit nun ein Haus baut, das ist ja nun doch eher langfristig. Aber (finanziell) schlimmer als Hartz-IV kann es ja kaum noch werden. Wenn die Betroffenen also wieder ein Einkommen haben, so ist die finanzielle Situation mindestens genau so, wie unter Hartz-IV, hoffentlich besser. Und dann können die Menschen das Haus ja erst recht abbezahlen.
Und auch der Staat hätte Vorteile, zum Beispiel in der Alterssicherung (eigengenutzte Immobilien, die nicht zu groß sind dürfen ja behalten werden). Und das würde dann unter dem Strich den Staat wieder weniger belasten.
Kleines Rechenbeispiel für die Region Traunstein mit mal eben gefundenen Zahlen aus dem Netz:
- Fläche für 4 Personen: 90m² (s.o.)
- Baugrund 150m²: 20.000,- (zumindest wenn man ein Grundstück ab ca. 900m² kauft und dann sechs Einheiten draufbaut)
- Fertighaus: 75.000,- Preis ist zwar mit Bodenplatte, allerdings nicht für Bayern, da kommen wohl noch ein paar Euro Transport drauf.
Wenn man 100.000,- Euro für 3,5% finanziert, dann gibt das bei 1% Tilgung ca. 370,- € Belastung pro Monat. Der Zinssatz ist zwar nicht ganz realistisch für den freien Markt (momentan ca. 4,5%), aber nachdem die Risiken für die Bank eher gering sind könnte das ja die KfW mit etwas politischem Willen finanzieren...
Leider habe ich noch nicht herausgefunden was in Traunstein als Mietkosten noch akzeptiert wird.
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Das Problem mit der Lage ist dagegen eher allgemein. Auch die Wohnungen im unteren Mietsegement liegen wohl eher in den schlechteren Gegenden. Auch hier ließe sich durch die Integration solcher Häuser in Neubaugebiete einiges bewirken. Was in ländlicheren Regionen (mit günstigerem Grund) sicher einfacher ist als in Boom-Regionen.
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Mit diesem verlockenden Modell kämen die zu Besitz, die ja gerade nichts haben sollen, so ist es doch erwünscht. Was soll denn der Lokführer denken, der leider kein Hartz-IV bekommt sondern zwölf Stunden Schichten fährt und ums Verrecken damit nicht mal das Geld für einen Schrebergarten übrig behält? Nein, so schön das Modell ist (es liesse sich ja noch fortspinnen: billige Kredite vonm Staat für Bauwillige, die sich örtlicher Kleinbetriebe bedienen, Renovierungszusschüsse für energiesparende Massnahmen etc., die Liste liesse sich verlängern), es wird an der in diesem Lande herrschenden Neid-Epidemie scheitern. Und nicht an Stigmatisierung. Meine Güte, was hätte man mit dem Geld alles machen können, was unsere Herrschaften Landesbanker et. al. in ihrer unermesslichen Gier versenkt haben.
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Abgesehen davon hängt Würde nicht von dem Besitz eines Hauses ab.
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Zu dem Problem der kaum-mehr-verdienenden: Wenn es für einen Harz-IV Empfänger möglich ist auf Basis der regulären(!) Leistungen Wohneigentum aufzubauen, so funktioniert das auch für alle anderen. Die Idee von mir war ja gerade, keine zusätzlichen Leistungen in Anspruch zu nehmen.
Und zu guter Letzt - die Würde eines Menschen hängt mit Sicherheit nicht vom Besitz eines Hauses ab, da gebe ich Ihnen Recht. Aber eventuell davon, dass man den Menschen Vertrauen entgegenbringt...
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Wie gesagt, in Ballungsgebieten ist es schlichtweg nicht möglich, auf Basis der regulären Leistungen Wohneigentum aufzubauen. Und ich glaube nicht, dass alle Hartzies den Wunsch verspüren, nach Traunstein zu ziehen. Die, die ich kenne, wollen das bestimmt nicht.
Bei Ihrer Berechnung fehlen die Notarkosten und Grundbuchkosten, die nicht ganz unerheblich sind. Katasteramt, Finanzamt und die Gerichtskasse wollen auch noch Geld, und auch die Baugenehmigung gibt es nicht kostenlos. Wenn das Haus erst einmal steht, fallen auch noch etliche Kosten an, Versicherungen, Grundsteuer usw. Wer zahlt das in Ihrem Beispiel?
Bei einer Tilgung von monatlich 370 Euro zahlt man in Ihrem Beispiel länger als 22 Jahre ab, sofern ich mich jetzt nicht auf die Schnelle verrechnet habe. Gehen wir davon aus, dass die Eltern tatsächlich all die Jahre arbeitslos bleiben, weil sie dummerweise ihr Hartz IV-Haus in der Uckermark oder in einer anderen strukturschwachen Gegend gebaut haben. Nun sind die beiden Kinder aber zwischendurch erwachsen geworden und ziehen aus (Sie sprachen oben von einer vierköpfigen Familie), schwupps, erhalten die Eltern weniger Geld für die Unterkunft. Können die dann noch die Tilgungsraten aufbringen? Und wovon bezahlen die eigentlich die Renovierungskosten, womöglich muss auch das Dach 'mal ausgebessert oder die Heizung erneuert werden?
Glauben Sie nicht, dass Leute mit geringen Einkommen (knapp über Hartz IV) sich nicht schon Wohneigentum leisten würden, wenn es mit 370 Euro im Monat getan wäre?
Und schließlich muss man sich noch fragen, ob es überhaupt wünschenswert ist, dass die Gegend noch stärker zersiedelt und noch mehr Flächen versiegelt werden, weil noch mehr Leute sich Häuser bauen.
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